Herbst in Deutschland 2019

Ich habe ja schon häufiger mal von meiner kleinen Kochgruppe berichtet. Nach langer Zeit haben wir es endlich mal wieder geschafft, im Rahmen dieser Gruppe zusammenzutreffen. Der Kreis hat sich leider aus verschiedensten Gründen deutlich verkleinert und drohte schon fast komplett auseinanderzugehen. Auch deshalb war ein leckeres Essen mehr als notwendig.

Ich als Host musste mir nun also mal wieder was Schönes ausdenken, ein Motto finden. In letzter Zeit habe ich häufiger Kontakt mit Themen wie Heimat und Familienrezepte gehabt. Auch durch einige liebe Freunde aus aller Welt. Vor diesem Hintergrund habe ich mich zu einem Menü entschieden, das sich nicht nur an der Saison orientiert, sondern auch auf alten hiesigen Rezepten aufbaut. Okay, hier und da mit kleinen, tollen geschmacklichen Einschlägen.

Vorspeise

Den Einstieg in mein „Herbst in Deutschland“ Menü machte eine Kürbissuppe. Logisch, kaum ein Gemüse ist für mich hierzulande mehr mit Herbst assoziiert als der Kürbis. Nun finde ich ihn allerdings ein wenig langweilig in seinem ureigenen Geschmack, so dass die Suppe einen asiatischen Einschlag bekommen hat. Kokosmilch, Currypaste und Ketjap Manis holen den fernen Osten in die heimische Speise. Irgendwie auch eine Art Integration.
Das Rezept: Kürbisssuppe

Hauptgericht

Auch als Hauptgericht sollte es etwas Klassisches sein. Und mit Kohl und Rüben. Auch das gehört zum Herbst. Ich entschied mich letztlich für Kohlrouladen. Da ich ein echter Wirsingkohlfreund bin, waren die Rouladen mit Wirsing und nicht mit Weißkohl umwickelt. Dazu gab es ein Kartoffelpüree mit einem Viertel Süßkartoffel. Die Rüben, bzw. vielmehr das Wurzelgemüse, wurde in der Soße verarbeitet. Durch die Zugabe von Tomaten bekam das altdeutsche Gericht einen leicht mediterranen Touch, der mir sehr gut gefallen hat. Dieses Mal habe ich die Soße nicht püriert, so dass man schöne Gemüsestücke hatte.
Das Rezept: Kohlroulade vom Wirsing

Nachtisch

Tja, nun bedurfte es noch eines klassischen Nachtisches. Aus Zeitgründen sollte es aber auch recht fix gehen. Einfach mal einen Gedanken in die Kindheit geworfen und da fielen mir Grießbrei und Milchreis ein. Okay, ich habe mich für den Milchreis entschieden. Und da ich es gern fruchtig mag, gab es ihn mit Kirschkompott. Einfaches kann so lecker sein.
Das Rezept: Milchreis mit Kirschkompott

Weinbegleitung

Zu dem Ganzen hat mir mein Lieblings-Sommelier Gregor einen richtig gut passenden Wein empfohlen, der zudem einen schmunzlererzeugenden Namen trägt: „Sciatonöff dü Punk“ (Rosso). Danke für den Treffer.

Was bleibt

Die Kürbissuppe gibt es bei mir ja schon mal häufiger im Herbst. Die Kohlrouladen und vor allem auch den Milchreis hatte ich ewig nicht mehr gegessen. Die guten alten Rezepte sind doch immer wieder toll und bringen auch viele Erinnerungen mit sich. Ich schätze aber eben auch sehr die Einflüsse aus aller Welt, welche die alten Rezepte beleben und spannend halten.

Ja, was soll ich sagen, so war es wieder mal ein leckerer Abend mit der – leider etwas geschrumpften – Kochrunde. Immer wieder gern.