Jörgs Chili con Carne

Mehr als nur ein Partyklassiker. Es gibt unendlich viele Chili con Carne Rezepte und ich erhebe nicht(!) den Anspruch, das dies die Mutter aller Chilis sein soll. Die Zutatenliste hat sich im Laufe der Zeit aus meinen Selbstversuchen ergeben und entspricht bestimmt nicht dem Urrezept. So habe ich z.B. gern eine festere Konsistenz, ein markantes Paprikaaroma und es muss scharf sein! Zudem nehme ich Hackfleisch, andere bevorzugen in Würfel geschnittenes Fleisch. Die Mengenangaben sind übrigens relativ, d.h. man sollte sie nicht als in Stein gemeißelt betrachten sondern der Topfgröße, den eigenen Vorlieben und letztlich auch der Optik anpassen.

Mittlerweile habe ich ein neues/weiteres Rezept für Chili auf cooking-fun veröffentlicht, das deutlich zeitaufwendiger aber auch genial lecker ist. Ich verwende dort Pulled Beef anstelle von Hackfleisch. Aber seht selbst: Chili con Carne mit Pulled Beef

für großen Topf:
Halber Sellerie
4 Möhren
3 Zwiebeln
Wasser

2kg Rinderhack
Olivenöl
Rotwein

1 Dose Kidney Bohnen
2 Dosen Baked Beans (Heinz)
1 Dose Mais
10 frische Tomaten
Tomatenmark
Paprika
Ajvar (scharfe Paprikacreme)

Knoblauch
Salz
Pfeffer
Piment
3 Lorbeerblätter
Oregano
Kreuzkümmel
1 EL Zucker
Halbe Zitrone
Stück Zimtstange
Zartbitterschokolade
frische Chilischoten (z.B. Habanero)

ggf getrocknete Chilischoten
ggf Cayennepfeffer
ggf Kräuter
ggf Brühe/Fond
ggf Dosen-Tomaten

Crème fraîche
Fladenbrot

Wer schnell ein Ergebnis braucht, kann Gemüsefond als Flüssigkeit benutzen. Ich bevorzuge echtes Gemüse. Sellerie, Möhren und Zwiebeln schälen, in Würfel schneiden und in einem Liter leicht gesalzenem Wasser 20 Minuten köcheln, gebt hier ruhig schon mal etwas Chilischote hinzu.
Derweil das Hackfleisch etappenweise in wenig Öl anbraten, bis es durch ist und leichte Farbe angenommen hat. Etwas Salt und Pfeffer hinzu und mit einem Schuss Rotwein ablöschen, noch kurz verdampfen lassen und beiseite stellen.
Bezüglich der Tomaten scheiden sich die Geister. Generell bevorzuge ich die frischen, aber zu manchen Jahreszeiten sind die Dosentomaten einfach unschlagbar (Schaut mal, ob Ihr „San Marzano“ Eiertomaten bekommt, die schmecken mir am besten). Bedenkt bezüglich der Konsistenz nur, dass Dosentomaten mehr Flüssigkeit mitbringen als frische.
Tomaten und Paprika würfeln, Kidneybohnen und Mais abspülen, Baked Beans (bringen auch noch Tomatensoße mit) bereitstellen.

So, jetzt wird das Gemüse im Wasser püriert, dadurch bekommt das Chili eine festere Konsistenz. Tomaten, Hackfleisch, Mais, Bohnen, Paprika sowie zwei Esslöffel Tomatenmark und ein halbes Glas Ajvar. Durchrühren und ganz seicht zum köcheln bringen. Piment, Oregano, Kreuzkümmel, Salz, Pfeffer und ein 2cm Stück Zimtstange zermörsern, Knoblauchzehen zerdrücken und alles zusammen mit den Lorbeerblättern, Zucker, Zitrone sowie einem Riegel geriebener Zartbitterschokolade in den Topf. Wer noch eine mediterrane Note ergänzen will, kann mit italienischen Kräutern arbeiten, aber ich finde, das passt irgendwie nicht dazu.

Bleibt noch das Thema Schärfe, da müsst Ihr selbst entscheiden. Manch einem reicht ja schon eine Priese Pfeffer, die Härteren greifen zu Cayennepfeffer, ich liebe die echte Chilischotenschärfe und da gibt es viele Sorten mit verschiedenen Schärfegraden zur Auswahl. Die von mir bevorzugte Habanero ist echt scharf und zwei, drei Stück davon sorgen in einem großen Topf schon für Schweißperlen auf der Stirn, leider verkocht ihre fruchtige Note, so dass meist noch ein paar andere Sorten ihren Weg in mein Chili finden. Nach dem Schneiden von Chilischoten übrigens gründlich die Hände abspülen. Alternativ gibt es auch scharfe Soßen oder Chilipüree aus Flaschen etc.
Wichtig beim Schärfen ist, dass man nach Zugabe von Chilis mindestens 10 Minuten weiter köcheln lässt, probiert, wartet, noch mal probiert und dann entscheidet, ob es noch schärfer sein darf.

Lasst das Ganze jetzt mindestens zwei Stunden auf kleiner Flamme durchköcheln und durchziehen und würzt nach Belieben nach. Am besten schmeckt das Chili, wenn es über Nacht abkühlt und am nächsten Tag aufgewärmt und serviert wird.

Als Beilage und auch um die Schärfe nach individuellem Gusto abzumildern, empfiehlt sich Fladenbrot und ein Klecks Crème fraîche.

Viel Vergnügen beim Rumprobieren und beim Essen. Was sind Eure Tipps für ein gutes Chili?