Thanksgiving 2019

Wahnsinn, es ist schon wieder soweit. Die kalte und dunkle Jahreszeit ist da, was ich nicht so schön finde und ein wenig hat mich zudem der Herbst-Blues erwischt. Dann steht da ja nochder Weihnachts-Dezember direkt vor der Tür. Und in diesem Moment ist Thanksgiving und damit Termin für mein Lieblingsdinner rund um den Truthahn. Dieses Jahr ein besonderes Dinner, denn es jährt sich zum 10. Mal. Jubiläum!

Basierend auf dieser schier unerschöpflichen Erfahrung (hallo, übertreib mal nicht)… na ja, auf jeden Fall hat sich die Menüreihenfolge im Laufe der Zeit auf den hier ausgeführten Ablauf entwickelt und sich als sehr lecker erwiesen. Warum also große Veränderungen? Lediglich ein kleiner Happs vorweg ist hinzugekommen, aber das lag mehr an der zufälligen Verfügbarkeit der Zutaten.

Ich habe schon ganz aus den Augen verloren, dass ich den typisch amerikanischen Thanksgiving-Elementen ja doch ein paar deutsche Gänsebraten Beilagen verpasst habe. Das ist mir die Tage im Gespräch mit einer ehemaligen Amerikanerin erst mal wieder bewusst geworden. Spätestens beim Rotkohl guckte sie mich doch etwas schräg an. Aber das macht ja immer wieder den Reiz aus, Rezepte und Traditionen sind schöne Inspirationen aber erlaubt ist, was schmeckt.

Nach wie vor mag ich den Thanksgiving Termin (4. Donnerstag im November) vor dem ganzen Weihnachtswahnsinn, da kann man einfach noch mal entspannt durchatmen.

Leider ist der Platz ein Problem. Richtig angenehm am Tisch ist es bei mir mit acht Personen, einladen würde ich so gern viel mehr. Für diese Menschen, die ich hier einlade, würde ich auch eine ganze Woche in der Küche stehen und brutzeln. Ich bin sooo dankbar für jeden einzelnen. Und das kann man ihnen mit einem solchen, ganz besonderen Dinner einfach auch mal wieder zeigen. Wie gesagt, ein paar Plätze mehr wären da nicht schlecht, aber wir sind ja nicht bei Wünsch-Dir-was.

Um dem Hunger einzuheizen und den Magen mild zu stimmen, war der Aperitif ein trockener Rosé Vermouth (von Belsazar) mit Tonic und einer Orangenzeste auf Eis.

Ja, die neue Vorspeise… Ich habe eine große Dose wunderschönen Lachskaviar bekommen, den man alleine wohl nie aufessen kann. Kurz hatte ich überlegt, als Unterlage Blinis zu machen, hatte aber die Befürchtung, dass die zu satt machen. So habe ich ein fluffiger Sylter Weißbrot von Jochen Gauess hergenommen, aufgeknuspert, mit Meerrettich-Frischkäse bestrichen und mit einem großen Löffel des rosa leuchtenden Lachskaviar gekrönt. Mit einem Spritzer Zitrone. Einfach. Gut.

Ich habe dazu normalen Bio-Frischkäse mit geriebenem Meerrettich vermengt und mit etwas Zitrone, Salz und Pfeffer abgeschmeckt.

Der Protagonist des Hauptganges ist ein mit Äpfeln (wieder so ein deutscher Gänsebraten-Einfluss) und Cranberries gefüllter Truthahn mit 7 kg Gewicht. Da ich ihn mit kleiner Hitze zubereite, braucht der 13 Stunden im Ofen, was dazu führt, dass ich mitten in der Nacht den Vogel vorbereite und fülle.

Die Beilagen blieben auch unverändert: Cranberrysoße, Süßkartoffelpüree, Cranberry-Rotkohl und leicht in Ahornsirup karamellisierte Karottenstifte.

Und auch beim Wein bleib ich treu. Allein schon wegen der Show, eine 3 Liter Doppel-Magnum Flasche zu öffnen. Irgendwie kam später sogar noch eine weitere Magnumflasche dazu.

Ja, es war lecker. Echt wahr. Irgendwie wird es sogar von Jahr zu Jahr noch besser, ohne dass ich weiß, woran das liegt.

Und auch der Nachtisch ist der gleiche geblieben. Ich liebe Panna Cotta, aber zusammen mit der Cranberry-Komponente, der extravaganten Anrichtung und dem Hallo-Hannover-Butterkeks oben drauf ist die Cranberry Panna Cotta ein krönender Abschluss eines tollen Dinners und eines wunderschönen Abends mit ganz fantastischen Menschen.

#dankbar