Thanksgiving Truthahn mit Apfelfüllung (Niedergarmethode)

Ein durch die Garmethode saftiger Festtagsbraten.

Zur Info:

Thanksgiving (Erntedank) hat in Amerika einen hohen Stellenwert und wird dort am vierten Donnerstag im November begangen. Ich persönlich finde den Termin recht interessant, denn die Freunde sind noch nicht im Advents-/Weihnachtsstress und haben in aller Regel noch einen Termin frei. Allerdings verlege ich das Essen meist auf den folgenden Samstag, da wir den Donnerstag ja nicht frei haben. Letztlich läute ich mit diesem Festchen auch die gemütliche Adventszeit ein.
Truthahn/Pute?: Männliche Tiere werden Truthahn oder Puter, weibliche Tiere Truthenne oder Pute genannt. In der Schweiz bezeichnet man die Tiere auch als Truter und Trute.

Normalerweise bezeichnet Niedergarmethode das Garen bei 80°C, da Geflügel jedoch eine Kerntemperatur von 82°C aufweisen soll, interpretieren wir das hier etwas freier. Ein Ofenthermometer ist unbedingt notwendig.
Bevor die Planung losgeht, erst mal den Ofen testen, ob er eine Temperatur konstant halten kann.

1 Truthahn
Salz
Pfeffer
Bratengarn
Ofenthermometer

Füllung:
6-8 Äpfel (Boskoop)
2 Zwiebeln
ein paar Cranberries
3 EL Ahornsirup
Kräuter

Der Truthahn

Die Größe des zu bestellenden Truthahns hängt davon ab, wie viele Gäste geplant sind und was für Tiere der Bauer gerade im Angebot hat. Gebt dem Lieferanten eine Gewichtsspanne vor und fragt kurz vor Liefertermin noch mal nach, lieber einen etwas größeren bestellen, die Reste schmecken auch am nächsten Tag z.B. als Aufschnitt. Pro Gast 750g bis 1kg (Knochen wiegen ja mit), das lässt keinen Fressneid aufkommen, es gibt ja noch Beilagen.
Das Opfer: Ein 8kg Truthahn braucht seine ca. 16 Stunden, man muss also am Vorabend vorbereiten, kaltstellen und in der Nacht dann für zwei Stunden aktiv werden. Danach darf noch etwas geschlafen werden…
Wer sich die Mühe macht, einen ganzen Truthahn zuzubereiten, der sollte auf die Fleischqualität wert legen.
Fast überflüssig zu erwähnen: Geflügelfleisch braucht besondere Sauberkeit (auch wegen Salmonellen). Alle Flächen, Bretter, Küchengeräte und Hände, die mit dem Fleisch in Kontakt kommen vorher und nachher (sofort) gründlich reinigen.

Die Füllung ist nicht typisch amerikanisch sondern eher eine angepasste Entenfüllung, aber ich finde sie passt geschmacklich sehr gut ins Gesamtbild.
Für die Füllung die festfleischigen, leicht säuerlichen Äpfel schälen und spelten, die Zwiebeln würfeln, Kräuter (Oregano, Petersilie – ganz nach Geschmacksvorliebe) und die Beeren waschen. Äpfel und Zwiebeln in der Pfanne mit dem Ahornsirup etwas ankaramellisieren, dann Kräuter hinzu und beiseite stellen. Ich bilde mir ein, dass die Feuchtigkeit der Äpfel sich auch auf die Saftigkeit auswirkt. Als ich einmal eine Maisbrot-Füllung ausprobiert habe, war der Vogel etwas trockener (kann aber auch an zig anderen Faktoren gelegen haben).

Truthahn präparieren und füllen

Pfeffer und Salz zermörsern und bereitstellen. Ofen auf 220°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
Den Truthahn wenn nötig von restlichen Federkielen befreien, den Innenraum von ungewollten z.B. Lungenresten befreien und hinten den Bürzel abschneiden. Außen und innen unter fließend Wasser gründlich säubern und trockentupfen. Danach innen und außen mit der Pfeffer-Salz-Mischung einreiben.
Füllung einfüllen (nicht stopfen) und behutsam mit einer großen Bratennadel zunähen (lebensmittelechtes Bratengarn verwenden, keine Kunstfaser). Den Truthahn noch dressieren, also im Sinne von Flügel anbinden und…

…ab in den Ofen

Den fertig präparierten Vogel auf dem Grillrost über einem Backblech im auf 220°C (Ober-/Unterhitze) vorgeheizten Ofen ca. 1 Stunde “braten”, damit er eine schöne Kruste bekommt. Dann Tür öffnen und Ofen auf 82°C abkühlen lassen, erst dann wieder die Tür schließen und die Temperatur die nächste Stunde mit einem Ofenthermometer auf Konstanz überwachen. Nur mit kleinen Regelschritten variieren, falls sie abweicht.
Pro Kilo Vogel knapp zwei Stunden Niedertemperatur (6kg: 11 Stunden, 8kg: 15 Stunden etc.), sollte man eine Fleischfüllung verwenden, würde ich ihn sogar noch etwas länger im Ofen lassen. Lasst den Ofen zu, denn wenn er dauernd geöffnet wird, ist es schwierig, die genaue Temperatur zu halten. Der Vogel braucht auch nicht begossen zu werden.
Ggf. mit einem Fleischthermometer prüfen, ob der Vogel gar ist.

Dazu gibt’s bei mir Cranberrysoße, Süßkartoffelbrei, in Ahornsirup karamellisierte Möhren und auf Wunsch auch Rotkohl (des Deutschen typische Gänsebratenbeilage). Dazu ein lecker Rotwein, hinterher einen “Aufräumer” und als süßes Finale einen Kürbiskuchen.

Happy Thanksgiving 🙂