Tom Kha Gai – thailändische Hühnersuppe mit Kokosmilch

Ich bin ein großer Freund der thailändischen Küche. Dort begegnet man immer wieder dieser Suppe: Tom Kha Gai (bzw. Tom Ka Gai). Es ist eine, ach quatsch, die thailändische Hühnersuppe – mit Kokosmilch. Der Name spricht Bände, allerdings auf Thai: „Tom“ bedeutet Suppe, „Kha“ Galgant und „Gai“ Huhn.

Die Galgantwurzel ist verwand mit dem Ingwer, ist aber deutlich weniger scharf und verleiht einen ganz typischen Geschmack – anders als Ingwer. Er wird zumeist nicht mitgegessen und vor dem Essen wieder entfernt. Galgant wird nachgesagt, er wirke entzündungshemmend und gegen Krämpfe.

Geschmacklich ergänzt wird die Suppe durch Kokosmilch, Rohrzucker, Chilis, Limette, Limettenblätter und Zitronengras und rangiert irgendwo zwischen scharf, säuerlich, süß und salzig – einfach lecker!

Die Suppe ist variantenreich ergänzbar. Als Vorspeise regt sie die Geschmacksknospen in alle Richtungen an. Als Hauptgericht ist sie lecker sättigend. Sie passt also irgendwie immer.

In der Basisversion wird sie mit Pilzen (Kräutersaitling oder Champignons) und Hühnerbrustfleisch serviert. Für ein Hauptgericht kann man sie noch mit ein paar Gemüsestiften z.B. von Karotte und Bambus aufmotzen.

 

Neu interpretiert: Als richtig feine Vorspeise
Dazu könnt Ihr sie mit Fleisch von Garnele und/oder Fisch (z.B. Kabeljau), knackigen Zuckererbsen sowie Granatapfelkernen und eventuell ein paar Steifen Wakame Alge servieren (vgl. Titelbild). Diese Interpretation ist der absolute Wahnsinn aus vielschichtigem Geschmack und spannenden Texturen.

 

für 2 Personen:
400 ml Kokosmilch
200 g Hühnerbrustfilet
200ml Geflügelfond
80 g Champignons
4-5 cm Galgant
2 Stängel Zitronengras
6 Kaffir-Limettenblätter
1 Limette
1-2 rote Chilis
1-2 EL Fischsauce
0,5-1 TL Palmzucker
Deko, z.B.
Koriandergrün
Frühlingszwiebel
Chilischote

Gepimpte Version (4P)
4-6 Scampi
Ggf. 100g Fischfilet
0,5 Granatapfel
Etwas Wakame Alge

Vorbereitung:

Den Galgant ggf. von Stielen befreien, die Wurzel waschen und in feine Scheiben schneiden. Das Zitronengras abspülen und mit dem Stößel eines Mörsers anknacken (alternativ äußere Blätter entfernen und in 3-5cm Stückchen schneiden). Die frischen Limettenblätter vom Stiel befreien (durch das Anreißen setzen sie ihr Aroma noch besser frei, zudem können Mittelrippe und Stängel einen leicht bitteren Beigeschmack mitbringen), getrocknete Limettenblätter zuvor in wenig lauwarmen Wasser einweichen. Die Chilis kleinschneiden, bzw. getrocknete Chilis mörsern.

PS: Kaffir-Limettenblätter findet man politisch korrekt bezeichnet auch als „Bai Magrood“ (bzw. Bai Makrut). „Kaffir“ bedeutet im arabischen „Ungläubiger“ und wird daher immer öfter bei der Bezeichnung weggelassen.

Champignons putzen und in Scheiben schneiden. Hühnerbrust putzen und in gefällige Würfel, Scheibchen oder Streifen (je nach Gusto) schneiden.

Limette auspressen, wir brauchen etwa 3 EL Saft.

 

Los geht es:

Geflügelfond zusammen mit Zitronengras, Galgant und Kaffir-Limettenblättern aufkochen und 10 Minuten leicht köcheln lassen. Durch ein Sieb geben und Zitronengran, Galgant und Limettenblätter so entfernen. Die haben den Geschmack abgegeben und werden nicht mitgegessen. Man kann sie auch im Teebeutel zugeben und braucht sie dann erst zum Schluss entfernen. So können sie noch mehr Aroma abgeben.

Fleischstückchen und Champignonscheiben sowie je etwas Fischsauce, Palmzucker, Chili und Limettensaft zugeben (abschmecken!) und alles auf reduzierter Temperatur 5-10 Minuten köcheln lassen (Fleisch wird weiß). Eventuelle weitere Einlagen wie Gemüsestifte können jetzt auch hinzu.

Dann die Kokosmilch zugeben, sie sollte nie stark kochen. Alles unter ständigem Rühren erhitzen, aber wie gesagt nicht kochen lassen. Jetzt noch einmal abschmecken (vgl. Geschmacksspektrum oben) und heiß, gegebenenfalls mit etwas fein geschnittener Dekoration servieren.

 

Pimp den Klassiker

Für die schicke Version als Vorspeise könnt ihr Fleisch und Pilze in der Menge etwas reduzieren. Bei einer guten (selbstgekochten) Hühnerbrühe könnt Ihr darauf auch ganz verzichten. Wir brauchen nur die Flüssigkeit.

Die Garnelen und ggf. der Fisch werden separat angebraten, die Alge (gibt es hierzulande fast nur in getrockneter Form – ich hatte gerade nur Kombu Alga da, aber Wakame passt besser) einmal abspülen und etwa 15 Minuten in einer Schale mit ausreichend lauwarmen Wasser einweichen, dann in sehr feine Streifen schneiden. Für ein noch leuchtenderes Grün die Alge kurz blanchieren und in Eiswasser abschrecken. Die Zuckererbsen aus der Schote befreien und die Granatapfelkerne aus dem Gehäuse klopfen.

Die Beilagen auf einem vorgewärmten Teller servieren und am Platz die Suppenflüssigkeit z.B. mit einer Sauciere angießen. Mal richtig Show machen. Macht sich bestimmt auch gut im Glas oder in dunklen Suppentassen. Ggf. noch mit frischen Korianderblättchen dekorieren.

 

Viel Spaß beim Probieren und Variieren.