Berliner Luft

Ein ganz altes Rezept aus Margarete von Bennigsens „Deutsches Kochbuch“ von 1897. Wir sind auf das Dessert gestoßen und haben es zubereitet, da wir in Bennigsen (bei Hannover) gekocht haben.  Wir bereiten es allerdings mit Weißwein zu, eine häufiger zu findende Variation. Aber, so viel Tradition muss sein, bitte nur mit Himbeersoße.

Erst bei weiterer Recherche rund um die Autorin und das Dessert stieß ich darauf, dass ein gewisser deutscher Diktator dieses Dessert wohl besonders gern mochte. Das führte zu der Überlegung, ob ich das Rezept wirklich hier im Blog aufnehmen wollte. Aber es schmeckt einfach zu luftig-fluffig-lecker. Es war der Aufhänger und Nachtisch unseres Menüs „Berlin meets Deister in 3-Gängen„.

für 4 Portionen
50ml Weißwein
50g Zucker
2 Eier , (Kl. M)
2 Blätter Gelatine
1 TL Vanillezucker
1 EL Zitronensaft
Zitronenschalenabrieb
Salz
200g TK-Himbeeren

Tipp: Den Kauf von Vanillezucker kann man sich meistens sparen. Meistens wenn ich mit Vanilleschoten arbeite, brauche ich nur das Mark, kratze also die Schoten aus. Die Schalen dann nicht wegwerfen, sondern sie zu etwas Zucker in ein verschlossenes Glas legen, ab und an mal schütteln und schon hat man nach 2-3 Tagen leckeren Vanillezucker ohne Mehrkosten.

Zubereitung

In kaltem Wasser werden 2 Blatt Gelatine etwa 10 Minuten eingeweicht. Die Eier müssen getrennt werden.

Den Weißwein in einem Topf erwärmen (nicht kochen), Gelatine mit den Händen leicht auspressen, zugeben und auflösen lassen. Topf vom Herd nehmen. Ein wenig abkühlen lassen.

Die Eigelbe mit Zucker und Vanillezucker cremig rühren (5-10 Minuten mit der Maschine, in dem alten Kochbuch heißt es eine Stunde rühren – mit Handarbeit), bis die Farbe einen leicht helleren Gelbton annimmt, dann auch den Zitronensaft und etwas feinen Schalenabrieb unterrühren. Nun den Wein nach und nach in die Eigelbmasse einrühren und für etwa 20 Minuten im Kühlschrank kalt stellen.

Eiweiße mit einer Prise Salz steif schlagen.

Eiweiß unter die Eigelbmasse heben, in 4 Dessertgläser abfüllen und für mindestens 2-3 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Für die Himbeersoße die Himbeeren mit 2EL Zucker und 2EL Wasser in einem Topf auftauen und aufkochen, dann bei seichter Hitze 5 Minuten köcheln lassen. Alles mit dem Mixer pürieren und für ein feineres Mundgefühl noch einmal durch ein Sieb streichen, um die Kerne zu entfernen.

Die Creme mit wenig von der Himbeersoße anrichten.
Die Himbeersoße gehört dazu und macht das Geschmackserlebnis rund, zuviel davon übertönt aber das feine Pritzeln des Weines und die Luftigkeit der Creme. Lieber separat noch mehr davon bereitstellen.