Geburtstags-Chili

Einmal im Jahr steht der Geburtstag im Kalender und ich hatte mich ganz spontan entschlossen, doch noch ein paar Leute für ein kleines Festchen zusammenzutrommeln. 9 Tage vor Weihnachten herrscht jedoch in den meisten Haushalten purer Terminstress. Ein alljährliches Problem, wenn ich nicht schon mit drei Monaten Vorlauf einlade. Hinzu kommt, dass ich an meinem Geburtstag noch bis 13:30 Uhr in der Firma zu tun hatte. Da blieb einfach nicht viel Raum für große Menüs oder Platten, da musste etwas vorbereitet werden, etwas leckeres, einfaches, aber doch episches (wer übertreibt hier?). Da fiel die Entscheidung auf ein Chili con Carne.

Klingt jetzt irgendwie nicht sehr episch.

Allerdings meine ich mit Chili auch nicht Hack mit Tomatensoße, Kidneybohnen und Mais. Nein, echt nicht.

Ich habe schon immer gern und oft Chili gemacht, natürlich auch mit Hackfleisch. Das Chili-Rezept, dass im Laufe meiner Studienzeit entstanden war, gibt es hier im Blog. Aber ich wollte weg vom Hackfleisch, auch, wenn es in späteren Versionen frisch von mir gewolft wurde. Irgendwann begegnete mir die Rinderbrust im Rahmen einer Suppe als Einlage. Nach mehrfachem Wiederaufwärmen zerfiel das Fleisch in seine Fasern, das gefiel mir und es entwickelte sich die Idee einer neuen Chili-Evolutionsstufe.

Eigentlich müsste im Hintergrund jetzt noch „Also sprach Zarathustra“ (Richard Strauss) laufen. #kaputtlach

Auf jeden Fall hob ich mein Chili auf einen neuen Level, das Rezept ist hier auch schon länger online: Chili con Carne mit Pulled Beef. Und ich bin nach wie vor davon angetan. Ich habe dieses Mal getrocknete Wachtelbohnen und ebenfalls getrocknete weiße Bohnen verwendet, beide werden über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht und hatten auch nach stundenlangem Köcheln immer noch einen angenehmen Biss, so dass das Chili nicht zu einem Fleischbrei für Zahnlose verkocht. Hinzu kamen für die Optik ein paar Kidneybohnen und eine große Portion Baked Beans. Und viel Suppengemüse. Den Ansatz aus dem Rezept habe ich für den Geburtstag verdoppelt und damit war der Füllstand bei meinem großen Topf knapp über 16 Litern. DAS war echt episch. Komisch allerdings: den als Beilage gekochten Reis hat kaum einer gegessen…

PS: Das Fleisch hab ich zwei Tage vor der Party gekocht und gezupft. Nebenher hab ich die Bohnen eingeweicht. Am Partyvorabend hab ich das Chili fertiggestellt (und etwas probiert). Das Rezept ist auch in diese beiden Abschnitte aufgeteilt. Dann noch eine Nacht durchziehen lassen, final abschmecken und los geht die Party.

Zudem gab es ein ganzes „Sylter Weißbrot“ von Jochen Gaues als leckere Beigabe und natürlich auch das eine oder andere Getränk. Der Wein, den mir Gregor (Le Sommelier) empfohlen hatte, war leider zu lecker. Ich habe jetzt noch viele Biere aber keinen Wein von der Sorte mehr. Soviel zur Aussage, zu Chili gehöre Bier. #einfach-mal-nö

Die Moral von der Geschichte: Für einen wahnsinnig schönen Abend braucht es nur einen großen Topf Chili mit ein wenig Drumrum und tolle Menschen.

Danke, das war ein schöner Geburtstag.