Rote Bete Carpaccio

Eigentlich ist Carpaccio ein himmlisches Gericht aus rohem Rinderfilet nach Vorlage aus Harry’s Bar in Venedig. Da hier die Rote Beten ebenfalls dünn aufgeschnitten werden und farblich auch noch dem Rindfleisch nahekommen, gibt es hier eine begriffliche Anlehnung. Ein tolles und einfach zuzubereitendes Rezept, das ich in ähnlicher Form bei einer lieben französischen Freundin genießen durfte und das ich in meinen Speiseplan aufgenommen und nach meinem Gusto weiterentwickelt habe. Ich esse das wirklich oft, in allen Variationen.

Rechtschreibung, extra mal nachgelesen: Bete kommt vom lateinischen beta für Rübe, es schreibt sich mit einem(!) „e“, also „Rote Bete“ und NICHT „Rote Beete“. Der Plural lautet wirklich „die Beten“. In bestimmten substantivischen Wortgruppen werden Adjektive großgeschrieben, so auch das „R“  bei der fachsprachlichen Verbindung „Rote Bete“.

Rote Bete
Rote Zwiebel
Passionsfrucht
Knoblauchzehe
Essig
Öl
Senf
Salz
Pfeffer

Topping:
Spinat, Rucola o.ä.
Kräuterseitling, Steinpilz o.ä.
Pinienkerne
Parmesan

Die Mengen müsst Ihr nach Situation anpassen. Wenn es schnell gehen soll, tut es die fertig gekochte, meist im Vakuumbeutel zu erwerbende Rote Bete. Aber natürlich kann auch frische gekocht werden.
Rote Zwiebel und Knoblauch sehr fein würfeln und für ca. 2-3 Stunden in dem Öl (passende Menge für das Dressing – Öl zu Essig im Verhältnis 3:1) ziehen lassen.
Ich nehme bestes Olivenöl.

Als Essig nehme ich entweder einen spritzigen Cidre-Essig oder mittlerweile meine Lieblingsvariante: ich gebe den Saft einer Passionsfrucht zum Dressing, das gibt eine wunderbar spritzige Note. Dazu dann einen weißen Balsamico-Essig, den man erst mal etwas vorsichtiger dosieren sollte, da die Passionsfrucht deutlich sauer schmecken kann. Beim Abschmecken des Dressings dann noch Essig oder ggf. auch eine Priese Zucker ergänzen.
Nachtrag: Ich habe einen tollen Passionsfrucht-Essig bekommen, das bringt den Geschmack ohne viel Aufwand.

Aber zurück zur Herstellung: Das Öl wird mit Zwiebel, Knofi, Salz und Pfeffer aromatisiert, dann kommen eine Messerspitze Senf (als Emulgator, weniger wegen des Geschmacks) sowie Essig und Passionsfruchtsaft dazu, gut verquirlen, abschmecken (!), ggf nachjustieren und bereitstellen.

Die Rote Bete dünn, optimalerweise mit einem Gemüsehobel, aufschneiden und in etwa dreiviertel des Dressings für etwa 30 Minuten einlegen.

 

Derweil die Topping-Komponenten zubereiten.

Hier schaut einfach, was der Markt gerade hergibt.

Als grüne Komponente entweder frischen Spinat, Rucola, Brunnenkresse, Feldsalat oder was Ihr mögt. Putzen, waschen, trockenschleudern und mundgerecht vorbereiten.

Pinienkerne fettlos in eine Pfanne goldbraun anrösten.

Pilz-Komponente: Kräuterseitlinge, Steinpilze, Pfifferlinge, dünn aufgehobelte Chanpignons oder ähnliches passen prima dazu, man kann sie aber auch weglassen, damit die Portion nicht zu groß wird oder gerade keine zur Hand sind. Ich persönlich liebe angebratene Kräuterseitlinge, die sind auch noch bezahlbar.

Nun werden die Scheiben von der Roten Bete auf Tellern nebeneinander ausgelegt, Topping-Zutaten optisch ansprechend darauf verteilen, ein paar Tropfen des restlichen Dressings über die grüne Komponente sowie noch etwas frisch geraspelter Parmesan, fertig.

Dazu ein Scheibchen Baguette, Focaccia oder gutes Brot.
Das ist ein Träumchen im Mund. Und es macht auch optisch richtig was her.

Danke für die Inspiration Séverine 🙂