Spaghetti nach Hurenart

Ja, richtig gelesen, nichts anderes bedeutet der wohlklingende italienische Name dieses Gerichtes: Spaghetti alla puttanesca.
Der Ursprung des Namens ist allerdings nicht gänzlich geklärt. Entweder musste es zwischen den Einsätzen der Damen mit dem Essen schnell gehen oder sie mussten auf haltbare Zutaten zurückgreifen, was der These Rechnung tragen würde, dass sie nur einmal wöchentlich aus dem Haus durften. Wie dem auch sei, hier handelt es sich um eine recht fix zuzubereitende Tomatensoße mit ordentlichem Geschmack-Wumms und einer pritzelnden Schärfe.
Unbedingt ausprobieren…

Ach ja, wie immer der Hinweis: Macht die Nudeln selbst, es lohnt sich. Wenn es schnell gehen soll, sind die gekauften aber natürlich auch eine Option.

500g Spaghetti
2 kleine Dosen Tomaten
10 Kirschtomaten
1 Zwiebel
1 kleine Dose Sardellenfilets
6 Knoblauchzehen
2-3 EL Kapern
3-4 frische rote Chili-Schoten
15 entsteinte schwarze Oliven
1 Zitrone
Zimt
Oregano
Pfeffer
Salz
Zucker
Olivenöl
Pecorino (Käse)
Optional: Glatte Petersilie

Vorbereitung:
Alle Zutaten separat bereitstellen: Knoblauch sowie Zwiebel schälen und würfeln, Kirschtomaten waschen und vierteln, Chili ggf. entkernen und quer in feine Streifen schneiden, Kapern und Sardellen abgießen, Oliven abgießen und in Ringe schneiden.

Und los geht’s:
Bei kleiner Temperatur die Sardellenfilets in Olivenöl anschwitzen, bis sie sich fast aufgelöst haben, dann Zwiebeln und Knoblauch zugeben und glasig anschwitzen. Chilistreifen zugeben und noch etwas weiter ziehen lassen.
Jetzt gesellen sich die Dosentomaten (mit Saft) dazu. Am besten zerdrückt man sie vorher mit den Händen. Sie müssen nun so lange köcheln, bis die Soße sämig ist (etwa 5-10 Minuten). Sodann noch die Kapern, Oliven und Tomatenviertel zugeben und mit einem Spritzer Zitrone, Pfeffer, Oregano, wenig geriebenem Zimt, einer Prise Zucker und Salz (davon bringen die Sardellen eigentlich genug mit, also vorsichtig – erst probieren) abschmecken.

Wer mag, kann noch grob gehackte Petersilie zugeben.

Die separat in leicht gesalzenem Wasser gegarten Nudeln abgießen, dabei vom Kochwasser etwa eine halbe Schöpfkelle auffangen und in die Soße rühren und zum Finale die Nudeln in der Sauce schwenken und servieren. Letztlich noch frisch Pecorino darüberraspeln (Parmesan ginge auch, ganz nach Gusto).

Mein Dank geht an Bernd-Uwe, dessen Küchenumbau wir mit diesem Essen eingeweiht haben. Ganz spontan haben wir übrigens statt dem Spaghetti-Schneideaufsatz einen für dünne Bandnudeln verwendet. Es ist eben nicht alles in Stein gemeißelt und Kochen ist immer ein lebendiger Prozess…