Huhn Vindaloo

18. Oktober 2014
Jörg
Vindaloo (auch Vindalho) ist scharf und wird geschmacklich getragen von … das erklärt sich aus dem Wort selbst: Der Name ist eine nicht wirklich korrekte Entwicklung aus den portugiesischen Wörtern „Vinagre“ (Essig) und „Alho“ (Knoblauch).

 

Welches Fleisch?
Vindaloo macht man klassischerweise, aufgrund der portugisischen Wurzeln, mit Schweinefleisch (eins der wenigen Currys damit). Ich habe es in Restaurants zumeist mit Lammfleisch genossen. Hier und heute haben uns für eine Version mit Hühnerfleisch entschieden. Auch Tofu, Rind etc. könnt Ihr verwenden, ganz nach eigenem Geschmack.

 

Masala mit tief-roter Kashmir-Chili

Ein Curry beginnt mit dem Masala, dem Gewürzmix. Vindaloo definiert sich durch seine tief-rote Würzmischung. Diese bekommt Ihre Farbe aus dem verwendeten Chili. Für frischen Chiligeschmack und etwas Schärfe verwende ich die frischen roten Schoten, die Ihr in jedem Supermarkt bekommt. Für die Farbe ergänze ich dann aber das entsprechend tief-rote Kashmiri chilli (gibt es getrocknet im Ganzen oder auch als Pulver im India- oder auch Asialaden). Die Chili-Dosierung hängt dann von Euren Geschmacksvorlieben ab! Hier ist etwas Erfahrung gefragt, im Zweifelsfall lieber später nachwürzen. Aber hey: Vindaloo gehört scharf! Wer das nicht mag, sollte ein anderes Rezept kochen. Die Chilimenge hier im Rezept ist schweißtreibend aber nicht schmerzhaft. Verdammt lecker.

für 4-6 Personen
1kg Hühnerfleisch
ca. 10-15 rote Chilischoten
2-3 EL Kashmir-Chili-Pulver
1 Knolle frischer Knoblauch
1EL Tamarinde
3-4TL Essig (Apfel)
5 Zwiebeln
ca. 6cm frischer Ingwer
1,5TL Kreuzkümmelsamen
7 Nelken
ca. 6cm Zimtstange
12 Pfefferkörner
6 Pimentkörner
1/2 Sternanis
Samen von 8 Kardamom Kapseln
1TL schwarze Senfsaat
Ghee (oder Öl)
Wasser
Salz
20 Curryblätter
1TL Jaggery (Palmzucker)

Ingwer und Knoblauch schälen und grob zerteilen. Frische Chilis waschen, ggf. entkernen. Zwiebeln schälen und fein würfeln.

Das Hühnerfleisch ggf. enthäuten, waschen, abtrocknen und in gefällige Stücke zerteilen. Welches Fleisch, ob Brust, Keule, mit oder ohne Knochen bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen.

 

Ganze Gewürze kurz fettlos in der Pfanne anrösten bis zu einer ganz leichten Rauchentwicklung und ersten aufpoppenden Senfkörnern. Dann im Mörser zu Pulver verarbeiten. Alternativ den nächsten Schritt länger und intensiver durchführen und alles in den Mixer geben. Mittlerweile bevorzuge ich den Mörser, da habe ich über den Mahlgrad eine bessere Kontrolle.

 

Die Gewürze mit Ingwer, Knoblauch, Tamarinde und Essig mit dem Mixer zu einer Gewürzpaste verarbeiten. Die Fleischstücke mit der Hälfte der Paste einreiben und ca. 30 Minuten marinieren.

 

In einem großen Schmortopf etwas Öl erhitzen und die Zwiebeln darin goldbraun anschwitzen (nicht zu heiß), zwischendrin Curryblätter zugeben und etwas später die verbliebene Hälfte der Gewürzmischung dazu und fleißig rühren, evtl. 1-2EL Wasser zugeben.

PS: Ursprünglich habe ich die Curryblätter erst zum Ende beigefügt. Mir wurde aber gesagt, dass sie ihren Geschmack durch das anbraten und mitkochen besser freigeben würden. Im Asialaden gibt es sie „frisch“ in der Tiefkühlung, so haben sie deutlich mehr Aroma als die getrocknete Version.

Jetzt kommt das Fleisch hinzu und wird bei etwas mehr Temperatur für ca. 5 Minuten angebraten.

 

Mit einem dreiviertel bis ganzen Liter Wasser ablöschen, mit Salz abschmecken und bei kleiner Temperatur garen. Ist das Fleisch zart noch final mit Jaggery (ersatzweise Mascobado oder braunem Zucker) sowie ggf. weiterem Salz abschmecken und noch mal aufkochen.

 

Das Vindaloo kann super am Vortag vorbereitet werden, es schmeckt aufgewärmt fast noch besser.

 

Reis ist die perfekte Beilage.

 

PS: Ich habe den Beitrag im Oktober 2019 auf Basis der mittlerweile vielen Vindaloo-Curry-Ansätze überarbeitet und partiell nachgebessert.

 

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Schmeckt's ?

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Beste Grüße Jörg

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