Eier in Förmchen

Es ist Ostern und irgendwie wollte ich Eier mal anders zubereiten…
Diese Zubereitungsform ist in Frankreich recht populär (Oeuf en cocotte). Der Name ist Programm: Man nehme, was der Kühlschrank hergibt, kombiniere ganz nach Lust und Laune, tue alles in ein Förmchen und setze ein Ei darauf. Ich hab auch gleich richtig rumexperimentiert…
Die Mengenangaben muss man sich nach eigenem Geschmack und Menge der Eier anpassen.

Ei(er)
Getrocknete Pilze
Weißwein
Schalotte
Panchetta oder Speck
Senf
Sahne
Öl
Estragon
Salz
Pfeffer
weiche Butter

Beginnen wir mit meinem Favoriten. Allerdings ist es geringfügig aufwendiger als die folgenden Varianten. Die Mengen so kalkulieren, dass in jedes Förmchen 2-3 EL Masse eingefüllt werden können.
Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen und in eine größere Auflaufform kochendes Wasser einfüllen. Wenn die Förmchen später hineingestellt werden, sollten sie ca. zur Hälfte bis 2/3 im Wasser stehen.
Die getrockneten Pilze ca. 1 Std einweichen, dann abgießen und das Einweichwasser auffangen. Schalotte schälen und feinst würfeln, Speck würfeln und auch die Pilze würfeln. In einer Pfanne das Öl erhitzen und darin Schalotte und Speck leicht anbraten. Wenn sie erste leichte Farbe genommen haben, kommen die Pilze dazu. Nach ca. 3 Minuten etwas Wein und die doppelte Menge Einweichwasser hinzugeben und einreduzieren lassen. Nun kommen Senf und Estragon sowie die Sahne hinzu. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Konsistenz sollte eher zähflüssig sein. Nun die Förmchen mit der Butter einfetten, 2-3 EL der Pilzmasse hinein und jetzt vorsichtig ein Ei darüber in die Form geben, dazu schlägt man es besser zuvor in eine Tasse auf und lässt es vorsichtig in das Förmchen gleiten. Das Eigelb sollte möglichst ganz bleiben.
Nun stellen wir die Förmchen in das Wasserbad im Ofen. Ich habe mal zum Vergleich eins mit Alufolie abgedeckt (es gibt auch Förmchen mit Deckel) und eins offen zubereitet. Bei meinem ersten Versuch hatte ich die Förmchen 25 Minuten im Wasser… sie waren sehr fest, aber durchaus genießbar. Die richtige Zeit ist irgendwo zwischen 10 und 15 Minuten, aber das hängt von vielen Faktoren ab: Größe des Eis, Wärmeleitfähigkeit des Förmchens, Zutaten (Art und Menge), Wassermenge etc. Ihr müsst einfach nachschauen. Mit einer Abdeckung kann man ein weiches, nicht flüssiges (so mag ich es, andere mögen es zerfließend) Eigelb erreichen.
Dann hatte ich noch ausprobiert, das Ei aus der Form zu heben, z.B. auf ein Rucolabett, aber dann kann ich auch einfach ein pochiertes Ei kochen. Aber für eine größere Gruppe, kann ich mir vorstellen, die Pilzmasse anzusetzen und in einer ausgefetteten 12-Mulden-Muffinform nur Eier im Wasserbad auf dem Backblech zuzubereiten und diese dann auf die Masse zu setzen. Ist mal eine Abwechslung zu normalen gekochten Eiern wenn man mit 12 Eiern in der Muffinform ankommt…
Beim Essen ist jedoch Vorsicht geboten, denn die Förmchen sind heiß und nur zu gern greift man instinktiv zu, wenn es beim Auslöffeln wegzurutschen droht…

Ei(er)
Panchetta oder Speck
Paprika
Chili
Kirschtomaten
Frühlingszwiebel
Schnittlauch
Salz, Pfeffer, Muskat

Zwei Varianten mit Speck. Ich habe die Förmchen mit Speck ausgelegt und sie kurz in den Ofen gestellt, bis der Speck anfängt zu schwitzen. Damit entfällt auch das Einbuttern der Förmchen. Währenddessen die Zutaten kleinschneiden.
Für die eine Variante Paprikawürfel und Chiliringe in die Form, etwas würzen, ein Ei daraufsetzen (s.o.) und oben nochmals etwas würzen. Nächstes Mal würde ich noch ein paar Maiskörner zugeben.
Variante zwei bekommt Tomaten, Frühlingszwiebel und Schnittlauch unten in die Förmchen.
Beide bereite ich ohne Deckel im Wasserbad (s.o.) zu, damit der Speck noch nachknuspert. Man kann natürlich auch den Speck zuvor in einer Pfanne anbraten, mit dem Fett die Förmchen auspinseln und Speckstückchen unter und auf dem Ei platzieren. Dann könnte man auch einen Deckel verwenden.
Ich hatte Panchetta im Einsatz, nimmt man Speck mit größerem Fleischanteil, könnte man die Form auslegen, den Speck ausknuspern lassen, Ei drauf und dann wie ein Körbchen raus heben.

Ei(er)
Nordseekrabben
Schnittlauch
Schinkenwürfel
Käse
weiche Butter
Salz, Pfeffer, Muskat

Noch zwei weitere Varianten hab ich ausprobiert, einmal mit Nordseekrabben mit Schnittlauch und einmal mit Schinkenwürfeln und Käse. Beide habe ich mit Deckel und Zutaten unter dem Ei gemacht. Aber ohne Deckel könnte man auch den geriebenen Käse über dem Ei zerlaufen lassen. Na ja, das hab ich dann auch gleich noch ausprobiert… auch lecker.

Auf jeden Fall ist es schön, etwas Salat und Brot dazu zu reichen. Auf dem Salat kann man z.B. die Geschmackskomponente anrichten. Und ich mag gern Kresse auf dieser Zubereitungsform. Sieht toll aus und gibt eine tolle Geschmacksnuance.

Nächstes Mal werde ich eine mediterrane Version mit getrockneten Tomaten, Pesto und Parmesanhaube und eine griechische Version mit Oliven und Schafskäse ausprobieren. Oder mal mit… Sucuk, Thunfisch, Lachs, Kartoffelwürfeln oder was auch immer der Kühlschrank hergibt…

Okay, was ist deine Lieblingskombination?